So gewinnst du Menschen

„Wissen Sie, IT ist langweilig und fade …“. Ich ließ den Teilnehmer gar nicht ausreden und vervollständigte ungehalten: „Und das gibt Ihnen das Recht, auch ‚langweilig und fade‘ zu präsentieren?“ Gerade wenn Ihr Thema sehr komplex und wissenschaftlich ist, empfehle ich ein klares: JETZT erst recht! Damit Ihr Publikum Sie und Ihr Thema versteht, sind Sie verpflichtet, interessant zu präsentieren. Nur dann bleiben Ihre Zuhörer aufmerksam. Nur dann erkennen sie, warum Ihr Thema so einzigartig und wichtig ist. Und welche Arbeit, Energie und welches Wissen sich hinter all der Technik und Wissenschaft verbergen.

Und dann? Ist Ihr Publikum begeistert. Und motiviert, mehr über Ihr Thema zu erfahren, die erhaltenen Informationen weiterzuerzählen. Dann haben Sie es geschafft, Menschen zu gewinnen. Für Ihr Thema und für sich. Wie das geht? Eigentlich ganz einfach. Lassen Sie mich Ihnen hierzu eine Geschichte erzählen …

Überraschung! Wie durch Storytelling aus einem Vortrag eine gute Erinnerung wurde

Es war die letzte Präsentation einer Vortragsreihe. Ein juristisches Thema, das mich nicht interessierte. Draußen schüttete es aus Kübeln und so blieb ich sitzen. Ein wenig neugierig, ob ich von der Präsentationstechnik des Referenten etwas lernen könnte, war ich natürlich auch. Die Folien, die die Präsentation begleiteten, bestätigten rasch meine Vorahnung: Juristen sind einfach langweilig.

Die Folie: Ein aufgeblähter Gesetzestest mit einer unnötig detaillierten Quellenangabe, doppelten Überschriften und hektisch wechselnden Schriftgrößen, die zum Teil einfach viel zu klein waren, um sie selbst aus der ersten Reihe erkennen zu können.

Sotrytelling

Das war für mich doch zu schwere Kost. Ich wollte gerade gehen, als der Referent begann, zu erzählen, wie ein französischer Koch versuchte, seinem portugiesischen Kellner scheinbar gesetzeskonform zu kündigen: Indem er ihm eine schriftliche Kündigung zukommen ließ. Per WhatsApp. In französischer Sprache. DAS geht natürlich nicht! Durch diese Geschichte köstlich amüsiert, war auch ich wieder hellwach und ganz bei der Sache.

Bis heute, 3 Jahre nach diesem Vortrag, ist mir die die Message dieses Gesetzes präsent. Denn ein kompliziert formulierter Sachverhalt bekam mittels Storytelling ein Gesicht und Emotion. So fand ganz einfach ein nachhaltiger Wissenstransfer statt. Durch eine Geschichte, die einfach aufgebaut und für alle Teilnehmer nachvollziehbar war. Und natürlich hatte die Story ein Happy End für den Kellner: Diese Kündigung war juristisch unwirksam. Und für mich: Aus einem eigentlich langweiligen Thema wurde ein erinnerungswürdiges Ereignis.

Köstlich! Mein Storytelling-Rezept für Ihre Präsentation

Storytelling eignet sich hervorragend dafür, technik-lastige Inhalte unterhaltsam zu transportieren. Durch die Geschichten authentischer Erlebnisse einzelner Personengruppen stellen Ihre Zuhörer eine emotionale Verbindung her. Sie identifizieren sich mit dem „Helden“ Ihrer Story, verstehen selbst komplizierte Zusammenhänge und sind in der Lage, diese auch weiterzuerzählen. Jackpot! Sie haben das Ziel Ihrer Präsentation mehr als erreicht. Was hinter dem Erfolgsrezept dieser Präsentationstechnik steckt, sind die nachfolgenden Zutaten:

  • einfache Sprache (kurze Sätze, viele Verben)
  • einfache, nachvollziehbare Geschichte
  • ein Held, mit dem sich Ihre Zuhörer identifizieren können
  • Emotion
  • ein Problem oder ein Konflikt
  • der Moment des Wandels

Umdenken! Mut zur einfachen Sprache

Von dem deutschen Rechtwissenschaftler Rudolf von Jhering stammt das Zitat: „Der Gesetzgeber soll denken wie ein Philosoph, aber reden wie ein Bauer.“ Ich habe diesen wichtigen Satz ins Heute transportiert und sage: „Denke wie ein Genie, aber rede wie mit Deinem Nachbarn“. Denn die einfache Sprache ist keineswegs eine banale Sprache. Vielmehr ist sie wertschätzend und hilft gerade in Zeiten der Reiz- und Informationsüberflutung, Wissen schnell aufzunehmen. Genau wie Geschichten. Deshalb sage ich: Kompetenz ist, komplexe Themen einfach auszudrücken. In Kombination mit Storytelling verleihen Sie mit einfachen Worten nüchternen Fakten eine besondere Würze.

Doch wie formuliere ich eine Story? Starten Sie mit

  1. Wann ist etwas passiert?
  2. Wo ist es passiert?
  3. Was ist passiert?


Und wann erzähle ich die Story?

  1. Starten Sie direkt mit der Story. So haben Sie sofort die volle Aufmerksamkeit.
  2. Danach kommt die fachlich-sachliche Information.


Durch Geschichten in Ihrer Präsentation werden Wissenschaft und Technik erlebbar. Sie als Referent und Ihr Publikum werden zu Verbündeten. Sie verbindet die gleiche Geschichte, wertvolles Wissen. Nicht von Wissenschaftler zu Publikum. Sondern von Mensch zu Mensch.

Setzen Sie Storytelling gezielt ein, um Ihr Publikum zu begeistern!

In meinem Präsentationsseminar lernen Sie die Präsentationstechnik des Storytellings und erkennen, wie aus Informationen Emotionen werden!

Bild 1: © Armin Buhl